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Das Beeindruckende am Wald ist wohl das harmonische Zu- und Miteinander des Baumbestandes. Ein Waldhaus sollte sich an diesem respektvollen Zu und Mit beteiligen. So beinhaltet die Grundidee des Entwurfes das Spiel mit dem lichtungs-prägenden Baumbestand und der Topografie des Hanges. Die Korrespondenz zwischen dem Haus und dem alten Baumbestand ist wesentlich für uns, es kommt zu einer direkten Bezugnahme der Figur des Bauwerkes auf die Bäume der Umgebung. Dabei wird dem Wunsch Rechnung getragen,sich der Lichtung nach Süden zu öffnen und sich schützend dem Boldesauweg abzuwenden. Durch seine individuelle Formensprache verlässt das Gebäude bewusst jeglichen Bezug zu städtischen Bauformen und wird damit seiner Sonderstellung gerecht. Mit der Höhenentwicklung entgegengesetzt der Topografie des Hanges formuliert der Baukörper seine einladene Geste zum Waldparkplatz nach Nordosten. Die Symbolfunktion über die Günterstalwiesen hinweg ist durch die gezielte Ausrichtung des Bauwerkes mit seiner Fassadensprache – großes leuchtendes Fenster des Experimentierraumes –gegeben. Mit der winkligen Aufspreizung zur Lichtung ergab sich eine funktionale Anordnung der einzelnen Nutzungen. Vom Foyer , der Zenrale des Hauses ,erschließen sich gleichberechtigt die Hauptkomponenten des Hauses der Austellungsraum und der Multifunktionsraum. Beide stehen durch ihre Ausrichtung im direkten Bezug zum Wald und bilden mit ihrer raumhohen Verglasung einen fließenden Übergang mit den Außenanlagen. So bietet der Multifunktions-raum mit der gegenüberliegenden Waldbühne die Möglichkeit für Veranstaltungen auch im Außenbereich. Der sich zwischen Lichtungsrand und Gebäude aufspannende Aussenraum wird als der eigentliche Ausstellungsraum des Waldes erlebar und bietet somit eine ideale Erweiterbarkeit der sich im Ausstellungsraum behandelnden Themengebiete. Die direkte Zuordung des Filmraumes und des Haustechnikraumes zum Ausstellungsbereich vervollständigen den vermittelnden Lehrpfad. An der parallel zum Boldesauweg verlaufenden Fassade befindet sich der Nebeneingang, welcher die Anlieferung der im Rückrad befindlichen Funktionen übernimmt – Küche - Lager. Somit ist ein funktionaler Ablauf bei Veranstaltungen zwischen Besucher und Catering gegeben. Die expressive Bauform bietet der vielfältigen Einsetzbarkeit des Holzes ideale Vorraussetzung um seiner Rolle als Demonstrationsbau gerecht zu werden. Die Wahl der Konstruktion und der Art der Verwendung des Holzes wird auch hier von der Grundhaltung des Gebäudes - dem Wechselspiel zwischen Schützen und dem sich zum Wald hin Öffnen bestimmt. Monolithische Massivholzwände mit ihren geschichteten Oberflächen demonstrieren die Geste des Schützens, dagegen Holzrahmenelemente mit ihrer flächigen Ausfachung mit Öffnungselementen bzw. Plattenwerkstoffen die Geste des Öffnens.