AFF - UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK - 005_MODELL_1
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Inschriften im Zeitalter der Aufschriften

Der Korpus des Bibliotheksneubaues greift das System der Blockrandbebauung auf, formuliert es in Bereichen jedoch wieder als Frage, um mit Beziehungen zu einem sich gewandeltem Umfeld zu antworten. Den neuen Block zum Herzstück des Universitätscampus und einer Bibliothek zugleich zu formen und dabei den historischen Kontext zu akzeptieren, schien anfangs als schwierig und komplex. Jedoch brachte das Einschreiben der stark hierarchischen Funktionen in den urbanen Körper am Ende einen Selbstlauf hervor. Die Arbeitsweise mit dem Prinzip der Verkettung von Funktion und Schriftbild wurde zum Leitfaden und Gestaltbestimmung. Es entstand ein Bauwerk, das im Urbanen zwischen der Geschichte und dem Ort von heute vermittelt, im Strukturellen seine Nutzung nicht verheimlicht und im Inneren ein Beziehungsgeflecht universitären Studierens verwirklicht. Es präsentiert und führt im Sockelbereich, archiviert und sammelt in zwei begehbaren Hochregalen und bietet in den inneren schalen dem konzentrierten Studieren differenzierte Bereiche, ohne die Gesamtheit einer Universität zu verheimlichen. Zonen unterschiedlicher Abgeschiedenheit im gemeinsamen Haus wurden geschaffen.

Aufschriften

Im Inneren begleitet den Nutzer eine Struktur aus Regalen. Sie tritt als Grundgerüst hinter die Einbauten der Carels, Gruppenarbeitsräumen und Infotheken zurück. Das Mobiliar von Leseplätzen, Katalogen und online-Recherchen übernimmt die Funktion von Tableaus, die dem studierenden als Werkbank dienen. Alle funktionalen Einbauten schreiben sich nach außen fort. Die Fassaden werden mit ihren Oberflächen zum analogen Bildschirm der inneren Abläufe. Die Bibliothek definiert sich so als transparentes Objekt, Abbild einer Struktur die Wissen sammelt und produziert.

Ein Haus lesen

Klinker als Baustoff großer haptischer Qualität und Produkt des Ortes umhüllen das Gebäude in all seinen Fassaden. Zitate von Architekturen der 20 Jahre in Magdeburg, wie dem AOK-Gebäude von Krayl & Worms und der Stadthalle von Göderitz , sind beabsichtigt. Die Bibliothek versucht ein weiteres Kapitel in der Kette der öffentlichen Backsteinbauten aufzuschlagen, in dem es einen anderen Ansatz in der Verwendung des Materiales offen legt. Die Klinkerfassade in der Form einer umschließenden Haut, auf Fassade und Platz. Das Material wird zum haptischen und visuellen Erlebnis.

Begriffe

Die Treppe ist Bestandteil des studentischen Marktplatzes und Brücke zum Bibliotheksplateau, ist kommunikatives Möbel im urbanen Campus der Universität

Das Plateau ist haptische Fläche und fünfte Fassade der Bibliothek, verschmilzt das Umfeld mit der inneren Funktion, ist begehbare, studierbare haut zwischen Stadt und Universität

Café und Mehrzwecksraum
bilden ein Funktionsimplantat zur Kulturbereicherung, Kaffeetrinker werden zu Lesern, sind neben der Treppe ein weiters Bindeglied zum studentischen Leben und Mensaplatz, separat nutzbar.

Die Rampe
formt den Finger des Freiraumes, zur ersten Identifizierung mit der inneren Struktur und räumlichen Verschmelzung nach außen

Die Nutzerdienste
als Apparat, als Servicebaustein, bestehend aus Rückgabe, Ausleihe, Fernleihe, Zentralkartei, online-recherche und 1.Copystelle, vermitteln im Inneren zwischen den beiden Bibliotheksriegeln und dem Magazin, 1. Orientierungsplatz und Kontrollpunkt zwischen Bestand und Ausleihe.

Die Fachbereichsbibliotheken
sind als Bereiche speziellen Bücherbestandes, in den Riegeln mit je zwei Fachbereichen vertreten, Schnittstelle der Bereiche an den Leserliften/Fluchttreppenhäusern, im Grundansatz jedoch als fließende, dem Bedarf anpassbare Grenze konzipiert.

Der Buchtransport
erfolgt in die Geschosse und das Magazin über zwei Lastenaufzüge an den Flanken des Nutzerdienstes und in den Geschossen in offener Arbeitsweise mit Bücherwagen.

Die Informationstheken
markieren die Servicepunkte der Fachbereiche in der Zentralhalle, die auf die Ebenen der Fachbibliotheken verweisen, Bereich der Bibliothek, in dem der Nachweis von Dokumenten durch mündliche Auskunft ermöglicht wird, die fachspezifischen Katalogauskünfte und der bibliographische Apparat befinden an den Treppenaufgängen im Maissonettgeschoß.

Als Carels
stehen semitransparente Bereiche zum zurückgezogenen Lesen, sie bestimmen das Fassadenbild nachhaltig mit ihren Milchglas-Wänden und nehmen in der Anzahl mit der Geschoßhöhe zu.