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Umbau und Sanierung Schloss Freudenstein

Das Schloss Freudenstein liegt am Rande der Innenstadt von Freiberg in Sachsen. Zunächst Schutzburg, erlebte es seine Blütezeit in der Renaissance. Mit der vollständigen Vernichtung der Inneneinrichtung im siebenjährigen Krieg 1762 begann der Verfall. Zunächst als Magazin, während der napoleonischen Zeit als Lazarett genutzt, war es zur Zeit der DDR nur noch als Getreidespeicher einer LPG in Gebrauch. Seit 2004 ist das Schloss nun Eigentum der Stadt. Dank einer Dauerleihgabe konnten die Sammlungen der TU Bergakademie zur bedeutendsten Mineraliensammlung der Welt erweitert werden; sie hat nun neben dem Sächsischen Bergarchiv im Schloss Freudenstein eine Heimat gefunden. Den Architekturwettbewerb zum dafür notwendigen Umbau des Schlosses gewann 2005 das Büro AFF aus Berlin. Sie hatten vorgeschlagen, die Mineraliensammlung im „Langen Haus“ , das Bergarchiv einschließlich seiner öffentlichen Nutzungen im Kirchenflügel unterzubringen. In intensiver und offener Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wurde dieses Konzept umgesetzt. Zwei Gebäudeflügel wurden in ihrem Zustand aus der Renaissancezeit zurückgeführt, Sachsens erstes doppelläufiges Treppenhaus rekonstruiert, die Fenster nach historischem Vorbild gebaut. Für das Bergarchiv wurde dem Kirchenflügel ein neuer Baukörper eingeschrieben, der dank eines Abstand zur Außenmauer als eigener Körper wahrgenommen werden kann. Unten sind ein Präsentationsfoyer mit Dauerausstellung und ein Lesesaal untergebracht, darüber liegen die eigentlichen Archivräume. Über die statischen Verankerungen in den alten Speicherfenstern trägt der skulpturale Körper seine neue Präsenz mit dem Motiv von so genannten Hutzen nach außen.

Mit einer einheitlichen Scharrierung der Betonoberfläche wurden die Spuren der knappen Bauzeit und der Bauteiltrennung egalisiert. Dabei ist die Wahl der Bearbeitung der Betonhülle eine Chiffre für den Charakter bergmännischer Arbeit: sich unter die Oberfläche graben zu wollen und nach dem Verborgenen zu suchen. Die Putzoberflächen haben bei diesem Projekt ein eindeutige Zuweisung – sie setzen das Neue vom Alten lesbar ab. Sowohl im Inneren als auch außen sind nur historische Flächen verputzt. Der konzeptionelle Ansatz , Neues und Altes erkennbar zu gestalten, setzt sich in der Oberflächengestaltung fort: Die sorgfältig aufgearbeitete historische Substanz zeigt sich in dezenten Farben ( innen weiß, außen perlweiß), sie kontrastieren innen mit Betonoberflächen in verschiedenen Qualitäten ( scharriert, strukturiert oder glatt). Kräftig akzentuierte Körper stellen in Analogie zur intensiven Farbigkeit mineralischer Einflüsse den Bezug zur Nutzung des Schlosses als Ort der Mineraliensammlung her. Auch nach außen sollten Spuren der Epochen Sichtbar bleiben, das Schloss aber trotzdem als einheitliches Ganzes in Erscheinung treten. Das wird dadurch erreicht, dass die Außenfassadenerhalten blieben, aber durch die homogene Farbigkeit vereinheitlicht wurden. Eine dünne Putzschicht macht das Fassadenbild als geschichtlich überformtes erkennbar. Zugemauerte Fenster und Sandsteingewände bleiben sichtbar, die Unebenheit des Mauerwerks, ein Bruchsteinmauerwerk aus regional typischem Freiberger Gneis, wird nicht geleugnet. Das Putzsystem wurde auf der Grundlage detaillierter Baustoffuntersuchungen konzipiert, der Außenputz als Kellenziehputz aufgebracht, also in einer der ältesten Putztechniken. Auf der Grundlage restauratorischer Befunde wurde ein pigmentiertes Farbsystem auf Silikonharzbasis gewählt, das wasserabweisende mit dampfdurchlässigen Eigenschaften verbindet.

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