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Neu in Freiberg
Schloss Freudenstein

Im Oktober 2008 konnte die 28-jährige Sanierungsgeschichte des Schlosses Freudenstein in Freiberg abgeschlossen werden. Das von 1553- 79 erbaute und ab 1786 als Getreidespeicher genutzte Schloss wurde seit 1980 zu einem Kulturzentrum umgebaut. Doch nach 1990 geriet das Schloss in die Hand von Privateigentümern, und die Sanierungsarbeiten fanden ein jähes Ende. Erst 2004 gelang es der Stadt, das Schloss endgültig zu erwerben und für die Mineralienausstellung „terra mineralia“ und das Bergarchiv des Sächsichen Staatsarchivs herzurichten. Das Ergebnis der vom Berliner Büro AFF Architekten geleiteten Umbauarbeiten ist allerdings widersprüchlich. Das Lange Haus, in dem die Mineralienausstellung untergebracht ist, wurde mit viel Feingefühl restauriert. Die Architekten schufen Ausstellungsräume mit Spiegelglaswänden, in denen die Mineralien effektvoll inszeniert werden. Bauliche Zeugnisse der Vergangenheit, wie gotische Fenstergewände eines Vorgängerbaus, Treppenhäuser und Gewölbe aus der Renaissance sowie Reste der hölzernen Speichergeschosse von 1786 wurden erhalten und sichtbar gemacht. Weniger gelungen ist dagegen die Umnutzung des Kirchenflügels, in dem das Bergarchiv untergebracht wurde. Die Architekten haben das Gebäude komplett entkernt und in die nunmehr leere Gebäudehülle einen anthrazitfarbenen Betonkörper mit den Magazingeschossen eingebaut. Zudem wurde der Betonkörper im Bereich der historischen Fenster zur Stabilisierung der Außenwände mit Hutzen versehen, die durch die Fensteröffnungen ragen. Diese nach außen hin funktionslosen Ausstülpungen verleihen dem Kirchenflügel eine Ästhetik, die an Gefängnisse oder Bunker erinnert. Auch der Lesesaal und das Foyer, die unter dem Betonkörper liegen, wirken aufgrund der düsteren Betonmassen unbehaglich. Wenig überzeugend ist zudem der eingeschossige Eingangsneubau, der ebenfalls in anthrazitfarbenen Beton ausgeführt ist und der den Schlosshof zusätzlich beeinträchtigt. Trotz dieser Mängel hat das wiedergewonnene Schloss mit seiner sehenswerten Mineraliensammlung gute Chancen, sich zu einer Attraktion zu entwickeln.

Matthias Grünzig

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