AFF - PLANEN UND GESTALTEN MIT LANGEM ATEM_NEUES BAUEN AM HORN IN WEIMAR - BAUKULTUR_BL1
AFF - PLANEN UND GESTALTEN MIT LANGEM ATEM_NEUES BAUEN AM HORN IN WEIMAR - BAUKULTUR_BL2

Planen und Gestalten mit langem Atem Neues Bauen am Horn in Weimar

»Es gilt auf stadtnahen Grundstücken trotz höherer Bodenpreise Wohnqualitäten zu erreichen, die eine echte - auch wirtschaftliche - Alternative zum Einfamilienhaus auf der grünen Wiese bieten [ ... ], Respekt vor dem Bestehenden, Heimat schaffen, mit einer Ästhetik, die an Traditionen und Gewohntes in Weimar - Klassik und Bauhaus - anknüpft und sie verbindet.« Das ist die Grundidee für das Wohnquartier Am Horn in Weimar. Im Rahmen einer internationalen Planungswerkstatt, der später Wettbewerbe und Workshops folgten, wurden die Ziele und Ansätze weiter ausgearbeitet. Für den südlichen Bereich, auf dem in den 20er Jahren das Bauhaus einst eine eigene Siedlung geplant hatte, entwickelte der Wiener Architekt Adolf Krischanitz eine »Grammatik« des Bauens und setzte sie in einen Bebauungsplan um. Nach einheitlichen Regeln, die gleichzeitig auch gestalterische Freiheit bieten sollen, wird auf unterschiedlich großen Parzellen eine dichte, aber nicht geschlossene Bebauung realisiert. Seit 1996 wird dieses Projekt auf einem ehemaligen Kasernengelände gemeinsam von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, der Bauhaus-Universität Weimar und der Stadt Weimar modellhaft betrieben. Seit 1999 werden die Parzellen frei vermarktet. Bauherren beauftragen ihre Architekten mit der Planung ihrer individuellen Häuser. Über die Einhaltung der Regeln wacht ein Baubeirat. Das gelingt mit Gesprächen und großer Ausdauer. Erst nach der Billigung eines Projekts durch den Baubeirat werden die Parzellen mit der Bindung an das vorgelegte Projekt verkauft. Von 2000 bis Ende 2004 sind auf 47 der 73 Parzellen 58 Häuser entstanden. Dank der Mühen aller Beteiligten präsentiert sich das Ergebnis mit einer besonderen Stimmigkeit und Architekturqualität.