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Bibliothek Hochschule Anhalt
Umbau des Gebäudes Hardenbergstraße 29

Nutzfläche NF: 759 m2
Grundstücksfläche: 1349 m2

Das als Wohnhaus geplante Gebäude Hardenbergstraße 29 steht vor seiner Umwidmung zur Bibliothek. Mit seiner Lage ist es bereits jetzt Bestandteil des Campus, als achsenbegleitendes Objekt zwischen Seminarplatz und Bauhaus.

Den an die Substanz herangetragenen Wunsch einer Wandelfähigkeit zwischen privatem Wohnhaus und öffentlicher Bibliothek gerecht zu werden, erforderte eine strukturelle Haltung. Die Forderung des urbanen Denkmalschutzes nach einer Erhaltung der „baulichen Bilder“ stellte eine zweite entwerferische Hürde dar. Aus unseren Untersuchungen entwickelte sich ein Entwurf, der diese Punkte reflektiert. Dabei stand die Suche nach Räumen im Vordergrund, die der zukünftigen Nutzung gerecht werden sollten ohne die bestehenden Elemente zu deformieren. Entstanden ist eine Bibliothek die Urbanität zitiert, Nutzungsansprüche präsentiert und differenzierte Raumelemente aus Wohn- und Bibliotheksnutzung verbindet.

Mit der Aufnahme und Erweiterung des Sockels werden die innenräumlichen Gegebenheiten ergänzt. In die Flanke zur Bauhausstraße fügt sich ein Eingangssteg und zieht den Besucher behutsam in das Innere. Abgetaucht in den Saal erschließt sich nun die gesamte Bibliothek. Garderobe, Informationstresen mit angeschlossenen Magazin-, Recherche- und Copy-Bereiche gliedern sich direkt an die „Eingangszone“. Der freie Lesebereich gewährt Übersicht zu den Regalbereichen und den Erschließungen. Diese funktionale Ordnung kann durch Ausnutzung des Tiefengeschosses ermöglicht werden. Das Zitat einer „traditionellen Bibliotheksmetapher“ erschient uns auch für eine Abteilungsbibliothek wichtig. Wir sehen sie als skriptisch Ordnung.

Die Regalbereiche als Kern der Bibliothek erstrecken sich vertikal in 3-geschossiger Kompaktheit durch das Gebäude. Separierte Lese- und Arbeitszonen gliedern sich direkt an. Damit wird der vorhandenen Struktur möglichst wenig abverlangt. Die Regale verstärken, als statische Elemente, die Konstruktion mit dem Ziel, die Räume zur Hardenbergstraße weitestgehend unangetastet zu lassen. Zimmerfluchten entlang des Mittelganges werden belassen, um die bestehende Substanz in Arbeitsplätze mit einer Qualität von Lesesalons zu inszenieren. So ist eine gleichmäßige Benutzung aller Ebenen möglich. Räume zur Verwaltung und Organisation befinden sich im Dachgeschoß.

Wie Hardenbergstraße und Bauhausstraße senkrecht einander kreuzen, polarisieren Funktion und Gebäude an dieser Stelle. Die Erweiterung des Sockels zu einer zurückhaltenden „urbanen Plastik“ bewirkt nicht nur die Aufwertung der inneren Organisation und Raumbezüge, sondern orientiert das Gebäude als Bibliothek in die Campusachse. Der nicht begehbare, erhobene „Bibliothekshof“ wird zur Westseite von einer skulpturalen Aufkantung abgeschlossen, die als Düne den Abstand zum Bauhaus wart.

Die Fassaden des Bestandes werden beibehalten. Der ursprüngliche Eingang wird zum Fluchtweg. Das Bild der Wohnbebauungen entlang der Hardenbergstraße bleibt unverändert und wird durch die Lesezimmer in Fassade und Gebäudestruktur inhaltlich bestätigt. Die Typologie setzt sich sogar über das Straßenbild bis zu "Hof und Hinterhaus" fort.