AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - DETAIL FASSADE_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - SÜD-FASSADE_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - SCHULHOF_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - SCHULHOF_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - SCHULHOF_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - NORD-FASSADE_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - EINGANGSBEREICH_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - KLASSENZIMMER MIT GARDEROBE_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - TREPPENRAUM_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - TREPPENHAUS_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - FLUR UND HOF_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - PAUSENBANK_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK
AFF - GEMEINSCHAFTSSCHULE ANNA SEGHERS - WASCHRAUM_FOTO©HANS CHRISTIAN SCHINK

Gesamtschule Anna Seghers

Durch die Teilnahme der Anna-Seghers-Schule an einem bundesweiten Pilotprojekt zur Entwicklung von Gemeinschaftsschulen wurde ein Neubau für die Unterrichtsräume der Grundstufenklasse unabdingbar. Als Baufeld wurde der brachliegende ehemalige Schulgarten ausgeschrieben. Wir entwickelten einen charaktervollen Neubau, der dem Ziel eines gemeinschaftlichen Lernhortes und dem Anspruch des größtmöglichen Erhaltes von Baumbestand des Schulgartens folgt. Mit variierenden Klassen- und Gruppenräumen formiert sich das zweigeschossige Gebäude schützend um den nach Süden ausgerichteten, gemeinsamen Pausenhof. So definiert es auf der einen Seite, einen offen Freiraum, auf der anderen Seite grenzt es den Übergang zur Wohnbebauung ab. Die variierenden Öffnungen bieten von Außen szenische Einblicke in die Lern- und Freizeitbereiche der Kinder. Von Innen sind sie bewegte Bilder mit sich jahreszeitliche verändernden Baumausschnitten und bunten Spielgeräten.

Aus dem Wunsch das besondere Räumliche auch auf einzelne Bauteile zu übertragen, entwickelten wir eine Fassadenoberfläche, welche die Grenze zwischen Putzhandwerk und Grafik auslotet. Mit dem Maskieren der letzen Egalisierungsanstriche wurde eine virtuelle Materialität auf der ebenen Putzfassade erzielt. Das traditionelle, handwerkliche und strukturgebundene Herausarbeiten unterschiedlicher Tiefen wird hierbei durch eine Textur ersetzt. Damit schlägt diese Technik eine Brücke zwischen den Tiefduckverfahren des 17.Jh und modernen Projektionen. Die Lochmuster vor den Öffnungsflügeln der Fenster folgen den Vorgaben des Putzes. Das Wechselspiel zwischen glatten und rauen Putzkörnungen soll eine Maßstäblichkeit zu den benachbarten Wohngebäuden erzielen. Die Klassen- und Gruppenräume werden durch eine feinkörnige, einheitlich helle Putzoberfläche und helle Fußböden charakterisiert. Sie sollen kreativ bespielt werden und den Schülern ein konzentriertes Lernen bei optimalen Lichtverhältnissen ermöglichen. Durch einen akustisch transparenten Putz konnte diese homogene Gestaltung auch auf die Decken übertragen werden, ohne dabei auf eine gute Raumakustik zu verzichten. Einbauschränke, Garderoben und Ankleidebänke verbergen hinter Türen und perforierten Vorhängen überraschende Farbräume. Dem farblichen Wechselspiel folgend, erscheinen die Flure und Treppenhäuser als Räume "zwischen" den Unterrichtsstunden in ihren fruchtig-gelben, glänzenden Putzoberflächen bewusst wie eine visuelle Pause zwischen den Unterrichtsstunden. Pausenbänke, Waschgelegenheiten und Fensternischen mit den wechselvollen perspektivischen Ausblicken machen die Pausen im Gebäude zu einem anregenden Raumerlebnis. Türgrafiken aus dem Reich der Tierwelt lotsen die Schüler auch im ersten Schuljahr in die richtigen Klassenräume. So mit versucht die neue Schule neben ihrer räumlichen Präsenz auch mit ihren informierten Oberflächen ein eigenes Identifikationsangebot zu stellen.