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projecticon

ÖSTERREICHISCHES SCHLÖSSCHEN

  • RADOLFZELL
  • STATUS: WETTBEWERB
    BGF: 775 QM
    JAHR: 2009

Mit der Erweiterung des Österreichischen Schlösschens verdichtet sich die Innenstadt um einen weiteren Baukörper. In der Nähe und dem Miteinander der verschiedenen urbanen öffentlichen Bausteine, wie Münster, Rathaus, Spitalkapelle, erfährt der städtische Raum eine Stärkung. Wie bei den vorangegangenen Institutionen wird auch der Eigenständigkeit einer Stadtbibliothek große Aufmerksamkeit geschenkt. Als klassischer Hort des Wissens und Austausches steht sie trotz einer wachsenden Dominanz digitaler Medien in der Verantwortung einen Ort in der Stadt zu beschreiben. Stadtbibliotheken stehen heute in der Verantwortung einer bereiten Bevölkerung den Zugang zu allen Medien zu ermöglichen und zeitgleich ein Treffpunkt der zwischenmenschlichen Kommunikation und des Verweilens zu sein. Im Besonderen steht das Österreichische Schlösschen auch für eine geschichtliche Verantwortung eines Kulturdenkmals. Diesen Ansprüchen möchte der Entwurf gerecht werden. Aus der historischen Würde des Bestandes und der urbanen Plastik des Neubaus wird ein neues Zentrum geformt. Der Entwurf ordnet dabei ein historisches Bauwerk zu einem neuen Ganzen ohne die einzelnen Teile zu deformieren. Der Neubau mit dem zentralen Eingangsbereich, dem Veranstaltungsraum und der vertikalen Haupterschließung ergänzt das Österreichische Schlösschen ohne es in seiner Eigenständigkeit ein zuschränken. Aus dem Achtungsabstand zum Bestand entwickelt sich das Eingangsthema. Hier fliest der städtische Raum bewusst erst zwischen und dann in das Gebäude. Der Neubau entwickelt eine Form aus den inneren Funktionen und der Notwendigkeit, die etagenweisen Zugänge zum Bestandsbau auf eine minimale Anzahl zu beschränken. Im Ergebnis steht dem Schlösschen ein Baustein zur Seite, welches bewusst auf ein Wand-Öffnungsverhältnis setzt ohne mit der Feingliedrigkeit des historischen Bauwerkes zu konkurrieren. Die Dachlandschaft des Neubaus zitiert bewusst in der städtebaulichen Fernwirkung die geneigten Dachflächen der historischen Innenstadt.