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KORNVERSUCHSSPEICHER

  • BERLIN
  • STATUS: IN PLANUNG
    BGF: 2.816 QM
    JAHR: 2016-2018

Das sechsgeschossige Lagerhaus befindet sich auf dem Gelände des Hamburger-Lehrter Güterbahnhofs, nahe dem Nordhafen, am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Der sechsgeschossige Backsteinbau mit sehr flachem Satteldach ist 1897-98 als Kastenspeicher errichtet worden. Bei der Innenkonstruktion handelt es sich um einen Stahlbetonskelettbau, der vermutlich während der Umbauphase 1915 eingebaut wurde. Der nordwestliche Gebäudeabschnitt ist während dieser Bauphase neu errichtet worden. Diese Erweiterung schlägt sich auch im Fassadenbild nieder, das Raster des Stahlskelettbaus gliedert hier die Backsteinfassade. Das Kornhaus von 1898/99 stammt aus der Frühzeit des modernen industriellen Speicherbaus und ist der erste Versuchskornspeicher Berlins. Er diente der wissenschaftlichen Untersuchung der Getreidelagerung und der Versorgung, der um 1900 stark angewachsenen Berliner Bevölkerung. Sein Gesam tfassungsvermögen betrug 1.130 t Getreide, das auf fünf Schüttböden und in vier Silos gelagert wurde. Die Schüttbodenspeicherung erfolgte hier nicht in flachen Beeten, sondern zwischen Bretterwänden, die eine optimierte Speicherung und auch die Lagerung von kleineren Mengen ermöglichten. 1915 erfolgten der Umbau und die Erweiterung des Speichergebäudes sowie der Einbau eines Elevators in Form eines Becherwerkes, mit dem das Schüttgut senkrecht nach oben befördert werden konnte. Das Getreide wurde in Deckentrichtern und in Silos gelagert, die ebenfalls 1915 eingebaut wurden.

Der Bauherr beabsichtigt derzeit eine öffentliche Nutzung des Erdgeschosses als Galerie / Café und/oder Bar. Die Nutzung der Obergeschosse ist in den aktuellen Überlegungen als Büronutzung, in den oberen beiden Geschossen ggf. als Wohnnutzung vorgesehen.